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Bundesamt für Naturschutz

ERBEROS - Erfassung und Bewertung des Erhaltungszustandes von Rotmilan-Bruthabitaten

Nationales Artenhilfsprogramm
Um den Erhalt des Rotmilans langfristig zu sichern, werden im Zuge einer Machbarkeitsstudie in den Rotmilan-Dichtezentren Sachsen-Anhalts lineare und kleinflächigen Gehölzstrukturen hinsichtlich ihrer Vitalität begutachtet, nach der Dringlichkeit des Handlungsbedarfes eingestuft und ein Maßnahmenkatalog für eine Umsetzung in einem potenziellen Folgeprojekt erstellt.
Bundesland
Sachsen-Anhalt
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 1.1 Zoologischer Artenschutz
Laufzeit
01.12.2025 - 29.02.2028
Fläche in Hektar
417.568 ha
Finanzvolumen
310.664 Euro €

Erfassung und Bewertung des Erhaltungszustandes von Rotmilan-Bruthabitaten

Hintergrund

Aufgrund seines Verbreitungsschwerpunktes ist der Rotmilan (Milvus milvus) eine Art, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt. Bundesweit stellt Sachsen-Anhalt eines der Kerngebiete des Rotmilans.

Aufgrund von Überalterung der Horstbäume, mangelnder Pflege sowie der Trockenheit der letzten Jahre kommt es zu einer Degradierung der Baumbestände. Da das Vorhandensein von Brutplatzstrukturen neben der Nahrungsverfügbarkeit eine zentrale Bedingung für die Besiedlung eines Gebietes darstellt, wird sich das Wegbrechen dieser Brutplatzangebote negativ auf die Rotmilanpopulation in Sachsen-Anhalt auswirken. Die in diesem Projekt geplante Machbarkeitsstudie zur Lebensraumsicherung soll zum langfristigen Erhalt des Rotmilans beitragen.

Projekt

Baumreihen und Feldgehölze bilden in den großflächigen und strukturarmen Ackerebenen in Sachsen-Anhalt wichtige und mitunter die einzigen Rückzugsmöglichkeiten für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Ziel dieses Projektes ist die Verbesserung und möglichst langfristige Sicherung der Rotmilan-Bruthabitate in Sachsen-Anhalt. Hierfür soll systematisch die Vitalität der linearen Baumreihen und kleinflächigen Feldgehölzen auf 415.568 Hektar innerhalb der 16 ermittelten Rotmilan-Dichtezentren gefördert werden. Eine Zustandsbewertung soll anschließend eine Einstufung der Maßnahmendringlichkeit und Abschätzung ihrer Realisierbarkeit in einem potenziellen Folgeprojekt ermöglichen.

Während der Vegetationszeit wird anhand eines digitalen Aufnahmebogens zielgerichtet sowohl die allgemeine Struktur der Bruthabitate erfasst (u.a. Baumarten, Baumhöhe, Alter, Naturverjüngung) als auch Schädigungen am Einzelbaum sowie an der Gesamtstruktur (u.a. Totholzanteil, Fehlstellen). Auch äußere Störfaktoren wie Windkraftanlagen oder Straßen sowie bereits vorhandene Greifvogel-Horste sollen aufgenommen und anschließend in einer GIS-basierten Datenbank gesammelt werden. Anhand dieser Vielzahl von erfassten Faktoren wird im Anschluss eine Gewichtung der Handlungsdringlichkeit vorgenommen sowie eine konkrete Bestimmung und Ermittlung von notwendigen Maßnahmen zum Erhalt der Brutplatzstrukturen. Zeitgleich findet eine Ermittlung von Eigentums- und Nutzerverhältnissen sowie Zuständigkeiten für die jeweiligen Gehölzstrukturen statt, um bereits geplante Maßnahmen und/oder anderweitige Vorhaben zu berücksichtigen und den Weg für die spätere Maßnahmenumsetzung in einem möglichen Folgeprojekt zu bereiten.

Zuwendung (bestimmt) für

Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum e.V.
Karen Paschke
Rotmilanzentrum
Domplatz 36, 38820 Halberstadt
03941 58337437

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Fördermitteln aus dem Nationalen Artenhilfsprogramm

Kontakt

Programmbüro Nationales Artenhilfsprogramm
Heinrich-Konen-Str.1, 53227 Bonn
0228 3821-1809
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