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Bundesamt für Naturschutz

Fledermausschutz durch Kuh & Co. (FleKuCo)

Nationales Artenhilfsprogramm
Das Projekt „Fledermausschutz durch Kuh & Co.“ verfolgt das Ziel, durch extensive Beweidung mit Großvieh die Insektendichte zu erhöhen und die Bestände der vom Ausbau der erneuerbaren Energien betroffenen Fledermausarten zu fördern.
Bundesland
Bayern
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 1.1 Zoologischer Artenschutz
Laufzeit
01.03.2026 - 15.02.2031
Fläche in Hektar
ca. 1.105 ha
Finanzvolumen
10.963.127  €
Abendsegler im Quartier
Abendsegler

Fledermausschutz durch Kuh & Co

Hintergrund

Der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) zählt zu den häufigsten registrierten Schlagopfern von Fledermäusen an Windkraftanlagen (Dürr 2022). Beim Ausbau von Windkraftanlagen ist daher ein negativer Bestandstrend zu befürchten, auch wenn ein Zusammenhang noch diskutiert wird (Bayerisches Landesamt für Umwelt 2022). Schon jetzt sind starke Bestandsrückgänge zu verzeichnen. Überlebens- und Reproduktionsraten des Abendseglers und anderer Arten können durch lebensraumaufwertende Maßnahmen erheblich verbessert werden, wodurch die Insektenbiomasse ansteigt und dem Bestandstrend entgegenwirkt. Dies kann durch Schaffung und Erhaltung von Feuchtlebensräumen und extensive Grünlandnutzung durch Beweidung erreicht werden.

Projekt

Das Projekt „Fledermausschutz durch Kuh & Co.“ wird gemeinsam vom Deutschen Verband für Landschaftspflege, dem BUND Naturschutz Bayern, der Ludwigs-Maximilian-Universität München und acht bayerischen Landschaftspflegeverbänden ab 2026 in 9 Projektregionen verteilt in fast ganz Bayern umgesetzt. Schwerpunkt und Ziel des Projektes ist es, die Jagdgebiete der dort vorkommenden Fledermausarten mit dem Schwerpunkt auf den Großen Abendsegler erheblich zu verbessern und die Population langfristig zu stabilisieren und zu fördern. Hierfür erfolgt die Etablierung bzw. Ausweitung extensiver Beweidung durch Rinder, Pferde oder Wasserbüffel auf rund 1.000 Hektar Projektgebietsfläche. Gerade diese Weidetiere eignen sich sehr gut für die Beweidung auf großflächigen nassen Weiden und Feuchtlebensräumen. Durch die angepasste Beweidung soll die Insektenbiomasse auf den Flächen steigen. Zudem ermöglicht die Form der Beweidung eine Schaffung vielfältiger Raumstrukturen durch Trittschäden und unterschiedliche Intensität der Grasung.

Weitere Maßnahmen sind die Anlage von Stillgewässern und Pflanzung von Einzelgehölzen bzw. Gehölzgruppen (sofern keine anderen naturschutzfachlichen Zielsetzungen, z.B. Wiesenbrüterschutz dagegen sprechen). Diese erhöhen zusätzlich das Insektenartenspektrum und verbreitern dadurch die Nahrungsbasis für Fledermäuse; zudem jagen viele Fledermausarten bevorzugt im Umfeld von Gehölzen (Manon et al. 2025).

Eine Besonderheit des Projektes stellt die Etablierung einer beweideten Flussaue durch eine behirtete Rinderherde dar. Diese traditionelle Nutzungsform, die in vielen europäischen Ländern noch praktiziert wird, trägt zur hohen Biodiversität in Auen bei. Diese Maßnahme wird im Projektgebiet des Bund Naturschutz Bayern durchgeführt und während der Projektlaufzeit wissenschaftlich begleitet durch die Ludwigs-Maximilian-Universität München. 

Ausblick

Das Projekt trägt langfristig zur Verbesserung der Insektenbiomasse und damit zum Schutz von windkraftsensiblen Arten bei. Neben Fledermäusen profitieren Vögel, Amphibien und Reptilien. Die angestrebten Habitatmosaike (Gewässer, feuchtes Weideland, lockere Gehölzstrukturen) werden Nahrungs- und Reproduktionsstätten schaffen. Der Erhalt von extensivem Grünland, als terrestrischer Kohlenstoffspeicher, trägt zum Klimaschutz bei. Der Biotopverbund wird auf längere Sicht verbessert durch ein Netz naturnaher Lebensräume. Nicht zuletzt trägt das Projekt zum Erhalt eines traditionellen Handwerks bei.

Zuwendung (bestimmt) für

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V.
Monika Riepl
Promenade 9, 91522 Ansbach
0981 1800-9919
BUND Naturschutz in Bayern
Bauernfeindstr. 23, 90471 Nürnberg
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veterinärstr. 13/R, 80539 München
Landschaftspflegeverband im Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim e. V.
Landratsamt Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim
Konrad-Adenauer-Str. 1, 91413 Neustadt a.d. Aisch
Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos e.V.
Radstr. 7A, 89340 Leipheim
Donautal-Aktiv e. V.
Hauptstraße 16, 89431 Bächingen
Landschaftspflegeverband Neuburg-Schrobenhausen e.V.
Theresienstr. 160, 86633 Neuburg
Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau e.V.
Obere Stadt 1, 84130 Dingolfing
Landschaftspflegeverband Landshut e.V.
Veldener Str. 15, 84036 Landshut
Landschaftspflegeverband Würzburg e.V.
Landratsamt Würzburg
Von-Luxburg-Str. 4, 97074 Würzburg
Landchaftspflegeverband Ingolstadt e.V.
Ludwigstr. 41, 85049 Ingolstadt

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Fördermitteln aus dem Nationalen Artenhilfsprogramm

Kontakt

Programmbüro Nationales Artenhilfsprogramm
Heinrich-Konen-Str.1, 53227 Bonn
0228 3821-1809
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