Rheinhessische Feldhamster im Oberrhein-Verbund
Rheinhessische Feldhamster im Oberrhein-Verbund
FKZ 3525AHP010
Hintergrund
Die Bestände des Feldhamsters (Cricetus cricetus) sind in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Die Art ist sowohl weltweit, als auch national vom Aussterben bedroht. Hierfür gibt es vielfältige Gründe wie geänderte landwirtschaftliche Praktiken, Lebensraumverlust und -zerschneidung sowie Klimawandel. Die Folgen können erhöhte Sterblichkeit, verkürzte Fortpflanzungszeit, Mangelernährung und geringere Reproduktionsrate sein. Die Abnahme und die zunehmende Verinselung der Bestände führen zudem zu einem Verlust an genetischer Vielfalt.
Die Vorkommen in Rheinland-Pfalz beschränken sich auf wenige Gebiete in Rheinhessen. In den meisten Gebieten konnten in den letzten Jahren nur noch Einzeltiere nachgewiesen werden. Die einzige nennenswerte Population befindet sich bei Mainz.
Projekt
Um das Überleben des Feldhamsters in Rheinland-Pfalz langfristig sicher zu stellen, muss nicht nur sein Lebensraum wiederhergestellt, sondern auch für eine Revitalisierung der Vorkommen durch Maßnahmen wie Erhaltungszucht, Bestandstützung und Wiederansiedlung gesorgt werden.
Das Vorhaben beinhaltet daher den Aufbau einer Feldhamsterzucht für Bestandsstützungen bzw. Wiederansiedlungen in Rheinland-Pfalz. Die durch die Zucht ermöglichte Bereitstellung von Tieren für Freilassungen ist ein wesentlicher Baustein, um vorhandene Vorkommen zu stützen und genetisch zu stabilisieren bzw. Vorkommen wiederaufzubauen. Dabei verfolgt das Projekt einen bundesländerübergreifenden Ansatz, um dem Leitgedanken der genetischen Vernetzung der Populationen am Oberrhein (Metapopulation) Rechnung zu tragen. Eine vertiefte Kooperation mit den Zuchtstationen aus Hessen und Baden-Württemberg ist vorgesehen.
Die Maßnahmen werden durch ein intensives Monitoring begleitet, das den aktuellen Best-Practice-Methoden und Erfahrungen anderer Bundesländer entspricht. Das Monitoring dient dazu, den Projekterfolg zu evaluieren und damit die weiteren Planungen für Freilassungen bestmöglich steuern und bei Bedarf Prozesse optimieren zu können. Flankierend erfolgt ein regelmäßiger Fachaustausch mit anderen (Bundes-)Ländern sowie Expertinnen und Experten.
Um eine reibungslose und erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens zu gewährleisten, ist eine enge Zusammenarbeit mit allen beteiligten Behörden, landwirtschaftlichen Akteuren sowie Verbänden und Institutionen geplant. Zur Steigerung der Akzeptanz von Zucht und Ansiedlungen sowie der Anerkennung der Leistungen der mitarbeitenden landwirtschaftlichen Betriebe wird ergänzend die Öffentlichkeit zum Thema Feldhamsterschutz, Zucht und Wiederansiedlung sowie dem Fortschritt des Projektes informiert.
Ausblick
Mit Hilfe des Projektes werden Maßnahmen umgesetzt, die der Verschlechterung des Erhaltungszustands der Art entgegenwirken und zu einer Aufwertung des Lebensraumes führen. Das Projekt leistet so einen Beitrag zur biologischen Vielfalt, da die erforderlichen Schutzmaßnahmen in der Fläche zur Extensivierung, Diversifizierung und Strukturbereicherung im landwirtschaftlichen Kontext auch anderen (gefährdeten) Agrararten zugutekommen.
Insgesamt soll eine Verbesserung des Erhaltungszustands der Feldhamster-Metapopulation am Oberrhein erzielt werden.