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Bundesamt für Naturschutz

Untersuchung der Konflikte zwischen geschützten Arten, insbesondere dem Baltischen Stör, und der Stellnetzfischerei im Oderhaff, Achterwasser und Peenestrom (HaffStör)

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Das Vorhaben „HaffStör“ widmet sich der Untersuchung von Gefährdungs- und Rückgangsursachen, dem Monitoring sowie dem Wiederaufbau der Population des Baltischen Störs (Acipenser oxyrinchus) in der Ostsee durch Besatz und Analyse von Überlebens- und Rückkehrraten der Besatzfische.
Bundesland
Ausschließliche Wirtschaftszone
Mecklenburg-Vorpommern
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 3.4 Marine Fischfauna und ökologische Auswirkungen der Fischerei
Laufzeit
30.04.2024 – 31.07.2027
Fläche in Hektar
0 ha
Lage
dt. AWZ der Ostsee, Oderästuar
Finanzvolumen
1.830.000 €
Ausgewachsener Stör in einem Freiland Netzkäfig

Beschreibung

FKZ 3522150500

Hintergrund

Störe gehören zu der weltweit am stärksten vom Aussterben bedrohten Tiergruppe. In der Ostsee gelten sie als verschollen oder ausgestorben. Aus diesem Grund ist die Wiederansiedlung des Baltischen Störs (Acipenser oxyrinchus) ein Biodiversitätsziel, welches das BfN schon seit 1996 verfolgt. Dazu werden Forschungs-, Zucht- und Wiederansiedlungsprogramme für Störe unterstützt, die diese Art wieder in der Ostsee etablieren möchten. So werden seit 2007 Jungfische des Baltischen Störs in die Oder ausgewildert. Von dort wandern die Tiere in die Ostsee ab und kehren erst viele Jahre später zurück, um sich im Fluss fortzupflanzen. 

Doch wie viele der jungen Störe überstehen diese Wanderung? Und welchen Gefahren sind sie auf ihrem Weg ausgesetzt? Geringe Meldedaten von Tieren in den Gewässern der Pommerschen Bucht und in der westlichen Ostsee weisen auf Verluste der Tiere nach dem Besatz in der Oder oder in den inneren Küstengewässern hin. Das Projekt „HaffStör“ widmet sich u. a. der Ursachenforschung und dem Monitoring der Tiere.

Projekt

In Zusammenarbeit mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV (LFA), der Technischen Universität Westpommern Stettin und der lokalen Fischerei untersucht das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) die Lebensraumnutzung von Baltischen Stören im Haff und der Unteren Oder und ermittelt Einflussfaktoren auf das Überleben der Tiere bei der Abwanderung. Die Wiederansiedlungsbemühungen für die Störe sollen mit einer soliden Datenbasis im Rahmen eines zielgerichteten Monitorings des Bestandes unterstützt werden.

Um fachliche Grundlagen sowohl für die Besatzplanung als auch für die Entwicklung eines angepassten Managements zu schaffen, wird das Verhalten der Störe mittels Telemetrie bestimmt und mit Daten zum Fischereiaufwand verglichen, um Konfliktgebiete zu identifizieren. Diese Informationen werden mit dem Wissen lokaler Fischer auf Basis von Fangmeldungen und Informationen zum Wachstum der Tiere ergänzt. Zusätzlich sollen Daten zu aktuellen, neuen Belastungen, die auf die Fischgemeinschaft der Oder einwirken, erhoben werden. Auf dieser Grundlage sollen Empfehlungen für eine Anpassung des Managements zur Steigerung der Resilienz des Gewässersystems der Oder und seiner Lebensgemeinschaften mit Schwerpunkt auf Stören erarbeitet werden.

Ausblick

Die Ergebnisse des Projektes sollen eine wichtige Grundlage bilden, um ein mit den polnischen Partnern abgestimmtes Monitoring der Populationsentwicklung für ein adaptives Management zu etablieren und die Konflikte zwischen dem Schutz der Baltischen Störe und der Stellnetzfischerei zu mindern. 
 

Auftragnehmende

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Dr. Jörn Gessner
Wissenschaftliche Leitung
Müggelseedamm 310, 12587 Berlin
+49 30 64181-602

Förderung durch

Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 3.4 Marine Fischfauna und ökologische Auswirkungen der Fischerei
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