Untersuchung der Konflikte zwischen geschützten Arten, insbesondere dem Baltischen Stör, und der Stellnetzfischerei im Oderhaff, Achterwasser und Peenestrom (HaffStör)
Beschreibung
FKZ 3522150500
Hintergrund
Störe gehören zu der weltweit am stärksten vom Aussterben bedrohten Tiergruppe. In der Ostsee gelten sie als verschollen oder ausgestorben. Aus diesem Grund ist die Wiederansiedlung des Baltischen Störs (Acipenser oxyrinchus) ein Biodiversitätsziel, welches das BfN schon seit 1996 verfolgt. Dazu werden Forschungs-, Zucht- und Wiederansiedlungsprogramme für Störe unterstützt, die diese Art wieder in der Ostsee etablieren möchten. So werden seit 2007 Jungfische des Baltischen Störs in die Oder ausgewildert. Von dort wandern die Tiere in die Ostsee ab und kehren erst viele Jahre später zurück, um sich im Fluss fortzupflanzen.
Doch wie viele der jungen Störe überstehen diese Wanderung? Und welchen Gefahren sind sie auf ihrem Weg ausgesetzt? Geringe Meldedaten von Tieren in den Gewässern der Pommerschen Bucht und in der westlichen Ostsee weisen auf Verluste der Tiere nach dem Besatz in der Oder oder in den inneren Küstengewässern hin. Das Projekt „HaffStör“ widmet sich u. a. der Ursachenforschung und dem Monitoring der Tiere.
Projekt
In Zusammenarbeit mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV (LFA), der Technischen Universität Westpommern Stettin und der lokalen Fischerei untersucht das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) die Lebensraumnutzung von Baltischen Stören im Haff und der Unteren Oder und ermittelt Einflussfaktoren auf das Überleben der Tiere bei der Abwanderung. Die Wiederansiedlungsbemühungen für die Störe sollen mit einer soliden Datenbasis im Rahmen eines zielgerichteten Monitorings des Bestandes unterstützt werden.
Um fachliche Grundlagen sowohl für die Besatzplanung als auch für die Entwicklung eines angepassten Managements zu schaffen, wird das Verhalten der Störe mittels Telemetrie bestimmt und mit Daten zum Fischereiaufwand verglichen, um Konfliktgebiete zu identifizieren. Diese Informationen werden mit dem Wissen lokaler Fischer auf Basis von Fangmeldungen und Informationen zum Wachstum der Tiere ergänzt. Zusätzlich sollen Daten zu aktuellen, neuen Belastungen, die auf die Fischgemeinschaft der Oder einwirken, erhoben werden. Auf dieser Grundlage sollen Empfehlungen für eine Anpassung des Managements zur Steigerung der Resilienz des Gewässersystems der Oder und seiner Lebensgemeinschaften mit Schwerpunkt auf Stören erarbeitet werden.
Ausblick
Die Ergebnisse des Projektes sollen eine wichtige Grundlage bilden, um ein mit den polnischen Partnern abgestimmtes Monitoring der Populationsentwicklung für ein adaptives Management zu etablieren und die Konflikte zwischen dem Schutz der Baltischen Störe und der Stellnetzfischerei zu mindern.