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Bundesamt für Naturschutz

Das ANK-Projekt des Monats: Fluss.Frei.Raum

Presse
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Gewässer und Auen
02.03.2026
Bonn
Über 200.000 Querbauwerke existieren in Deutschlands Bächen und Flüssen. Nicht nur Fischwanderungen, sondern auch die lebensraumtypische Dynamik der Gewässer werden dadurch gestört. Das Projekt „Fluss.Frei.Raum“ setzt auf den Rückbau von Querbauwerken für mehr klimaresiliente Fließgewässer in Bayern. Durchgängige Fließgewässer speichern Wasser, puffern Hochwasser und bieten Lebensräume für Arten – ein zentraler Beitrag zum Natürlichen Klimaschutz.
Mehrere Personen in Warnwesten tragen einen Baum durch einen Fluss.
Fluss.Frei.Raum

Über 100.000 Kilometer Bäche und Flüsse durchziehen Bayern. Frei fließen können nur wenige von ihnen. „Fluss.Frei.Raum – klimaresiliente Bäche und Flüsse für Bayern“ möchte mit Pilotprojekten vorangehen und zeigen, dass es auch anders gehen kann. An drei beispielhaften Gewässern (Stöckigtbach, Streu und Bahra) werden Querbauwerke zurückgebaut und zusätzliche freie Fließstrecken geschaffen. Gleichzeitig geht es darum, einen Multiplikatoreffekt zu erzielen: Das Projekt bündelt fachliches Wissen zur Planung, Finanzierung und Kommunikation solcher Rückbauvorhaben. Das Knowhow wird systematisch in die Fläche getragen, z.B. indem Kommunen praxisnahe Unterstützung durch das Projekt erhalten.

Zudem wird ein landesweites Netzwerk ehrenamtlicher Kümmerer aufgebaut. Als Multiplikatoren stoßen sie nicht nur Vorhaben an, sondern begleiten auch Dialogprozesse und stärken die Akzeptanz. Hierfür arbeitet „Fluss.Frei.Raum“ eng mit Rangern aus Naturparken zusammen. Eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit sowie Dialoge mit der Politik schaffen Rückhalt für weitere Schritte. Die enge Zusammenarbeit mit Kommunen und die Kombination der verschiedenen Maßnahmen machen den Erfolg von „Fluss.Frei.Raum“ aus. 

Noch bis 2030 setzen der WWF Deutschland, der BUND Naturschutz in Bayern, der Landesfischereiverband Bayern, der Bayerische Kanu-Verband und der Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld das Projekt um.

Hintergrund

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz 

Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung unterstützt Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Schaffung und Stärkung vielfältiger Ökosysteme verbinden. Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer wie auch naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre und speichern es langfristig. Sie wirken zudem als Puffer gegen Folgen der Klimakrise, indem sie Starkregen und Hochwasser aufnehmen und bei Hitze für Abkühlung sorgen. Zugleich erhalten sie unsere Lebensgrundlagen, bieten wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, speichern Wasser und sind Rückzugsorte für Menschen. Für die Weiterentwicklung des Aktionsprogramms natürlicher Klimaschutz hat Bundesumweltminister Carsten Schneider am 29. September 2025 einen Vorschlag für den Beitrag der Natur zum Klimaschutz vorgelegt. Das Paket enthält 41 Maßnahmen, mit denen das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz in die zweite Phase der Umsetzung gehen soll. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Wäldern, Mooren und Böden. 

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