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Bundesamt für Naturschutz

Feuchtgebiete im Klimawandel: Sonderband veröffentlicht

Presse
Internationale Zusammenarbeit
Gewässer und Auen
Wiederherstellung der Natur
26.02.2026
Bonn
Flussauen und Küstenfeuchtgebiete spielen eine zentrale Rolle für den natürlichen Klimaschutz – und gehören zugleich zu den vom Klimawandel am stärksten bedrohten Ökosystemen. Die neue Open Access-Veröffentlichung „Wetlands in a Changing Climate: Restoring Coasts and Floodplains“ stellt aktuellste Erkenntnisse aus Wissenschaft, Politik und Umsetzungspraxis zur Wiederherstellung dieser lebenswichtigen Ökosysteme zusammen. Über 100 Autor*innen aus ganz Europa haben dazu beigetragen.
Rhonedelta in Frankreich
Feuchtgebiete gehören zu den vom Klimawandel am stärksten bedrohten Ökosystemen.

Der Sonderband im Fachjournal „Nature Conservation“ unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf, um dem fortschreitenden Verlust von Feuchtgebieten in Europa entgegenzuwirken. Nur 12 % der Fluss- und Küstenfeuchtgebiete der EU befinden sich zurzeit in einem günstigen Erhaltungszustand. Um großflächige Verluste dieser wertvollen Ökosysteme in den kommenden Jahren abzuwenden, müssen bereits heute die richtigen Weichen gestellt werden.

Die Wiederherstellung von Feuchtgebieten lohnt sich, das belegt die Bewertung ihrer vielfältigen Ökosystemleistungen. Naturbasierte Lösungen für Hochwasser- oder Küstenschutz, bei denen zum Beispiel Flussauen als Wasserretentionsflächen wieder angebunden oder Deiche zurückverlegt werden, sind oft kostengünstiger als technische Lösungen. Sie bieten zudem eine Vielzahl zusätzlicher Vorteile für Mensch und Natur, wie der Sonderband zeigt. Werden bei der Maßnahmenbewertung beispielsweise Beiträge zu Kohlenstoffspeicherung, Wasserversorgung, Katastrophenschutz, Nährstoffrückhalt, Erosionsschutz, Naherholung und Naturtourismus mitberücksichtigt, übersteigt der Mehrwert der Wiederherstellung von Feuchtgebieten die Maßnahmenkosten oft um ein Vielfaches.

Erfolgsbeispiele für die gelungene Wiederherstellung von Flussauen und Küstenfeuchtgebieten gibt es bereits viele, das macht der Sonderband anhand zahlreicher Fallstudien deutlich. Doch wie gelingt deren großflächigere Wiederherstellung, über Pilotprojekte hinaus? Hierfür werden im Sonderband zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert – darunter unter anderem eine wirksame Einbeziehung aller betroffenen Akteur*innen und der lokalen Bevölkerung, eine adaptive Umsetzung mit begleitendem Monitoring und Erfolgskontrollen, sowie die langfristige und verlässliche Bereitstellung von finanziellen Ressourcen.

Mit Blick auf aktuelle Politikentwicklungen wird im Sonderband insbesondere die EU-Wiederherstellungsverordnung als entscheidendes Instrument identifiziert. Autor*innen und Herausgeber*innen betonen die enorme Bedeutung der effektiven und ambitionierten Umsetzung dieser Verordnung, um die Wiederherstellung von europäischen Flussauen und Küstenfeuchtgebieten in den kommenden Jahren großflächig voranzutreiben. 

Die Veröffentlichung wurde im Rahmen des Projektes „BioClim-Wetlands“ entwickelt, gefördert vom BfN mit Mitteln des BMUKN. Sie umfasst 15 englischsprachige Fachartikel. Die Publikation ist am 26. Februar als Sonderband im internationalen Fachjournal ‚Nature Conservation‘ erschienen und wurde am selben Tag in einem virtuellen Launch-Event von den Autor*innen und Herausgeber*innen vorgestellt. Alle Inhalte der Open Access Publikation sind auf der Verlagswebseite kostenfrei zugänglich.

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