Naturschutz in Outdoor-Apps: Ergebnisse der NaturschutzDigital veröffentlicht
Die meisten Menschen möchten bei Tourismus-, Sport- und Erholungsaktivitäten im Freien sorgsam mit der Natur umgehen, sind sich aber den konkreten Verhaltensregeln nicht immer bewusst. Dabei ist Rücksichtnahme v. a. in Schutzgebieten wichtig, um wertvolle Lebensräume und Rückzugsbereiche geschützter Arten zu erhalten. Für die Kommunikation von Naturschutzinformationen sind neben Beschilderungen und Wegweisern vor Ort insbesondere Outdoor-Apps und digitale Kartendienste entscheidend, denn Millionen von User*innen nutzen diese Dienste, um Touren zu planen und durchführen.
Schutzgebiete und dortige Regeln, wie z. B. Wegegebote oder temporäre Betretungsverbote, sollten zuverlässig in Outdoor-Apps und Kartendiensten dargestellt werden – doch hierbei besteht Verbesserungsbedarf. Einerseits werden frei verfügbare, behördliche Schutzgebietsdaten von Apps und Kartendiensten Dritter nicht immer eingebunden. Andererseits werden lokale, freizeitrelevante Ge- und Verbote nur unzureichend von Naturschutzbehörden digital bereitgestellt.
Vor diesem Hintergrund diskutierten auf der BfN-Veranstaltung „NaturschutzDigital 2025“ in Leipzig insgesamt 58 Vertreter*innen aus Landes- und Bundesbehörden, Vereinen, Wissenschaft und Unternehmen. Sie tauschten sich aus, welche Informationen speziell von Naturschutzbehörden verfügbar gemacht werden sollten und in welcher Form.
Im Ergebnis verdeutlichten die Diskussionen sowohl einen vielseitigen Informationsbedarf der Freizeitaktiven als auch Defizite bei der bisherigen behördlichen Datenbereitstellung. Von den Teilnehmenden wurde der größte Handlungsbedarf von Behörden darin gesehen, praxisrelevante Schutzgebietsregeln gemäß rechtlicher Grundlagen zu erschließen und leicht nachnutzbar zur Verfügung zu stellen. Dafür sollten 1) Schutzgebietsverordnungen möglichst vollständig und maschinenlesbar digitalisiert und im Internet veröffentlicht werden, und 2) ihre Inhalte qualitätsgesichert und strukturiert erschlossen werden, wobei ggf. Methoden Künstlicher Intelligenz unterstützen können. 3) Die so erfassten Daten sollten schließlich über eine bundesweit zentrale Stelle frei abrufbar sein. Die auf der NaturschutzDigital 2025 anwesenden Behördenvertreter*innen erachteten eine solch erweiterte Bereitstellung von Schutzgebietsdaten als einen wichtigen Beitrag zur Verwaltungsdigitalisierung und betonten ihr fachliches Eigeninteresse.
Die ausführlichen Ergebnisse der NaturschutzDigital 2025 stehen im nun veröffentlichten Tagungsband zur Verfügung. Das auf der Veranstaltung vor Ort festgehaltene Fazit findet seither Eingang in umsetzungsorientierte Austauschprozesse von Bund und Ländern.
Die NaturschutzDigital 2025 war die fünfte Veranstaltung der gleichnamigen Tagungsreihe. Im Rahmen jährlich wechselnder Themenschwerpunkte dient sie der Information und Vernetzung zu relevanten Digitalthemen des Naturschutzes sowie der Identifizierung themenspezifischer Chancen, Risiken und Innovationen. Sie wird gefördert mit Mitteln des BMUKN (FKZ 3522890700).