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Bundesamt für Naturschutz

Lebensraumschutz für windkraftsensible Waldfledermäuse

Nationales Artenhilfsprogramm
Im bundesweiten Verbundvorhaben werden Schutzmaßnahmen in naturnah bewirtschafteten Wäldern sowie Naturwäldern zur Förderung von Waldfledermäuse und ihren Lebensräumen umgesetzt.
Bundesland
Baden-Württemberg
Bayern
Brandenburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 1.1 Zoologischer Artenschutz
Laufzeit
01.03.2026 - 28.02.2031
Finanzvolumen
11.023.309 €
Eine Bechsteinfledermaus schaut aus einer Baumhöhle.
Bechsteinfledermaus

Lebensraumschutz für windkraftsensible Waldfledermäuse

FKZ 3525AHP03A-J

Hintergrund

Zur Erreichung der von der Bundesregierung beschlossenen Ziele des Windkraftausbaus (115 GW bis zum Jahr 2030) sind die Bundesländer aufgefordert, mindestens zwei Prozent der Landesfläche zur Verfügung zu stellen. Es ist absehbar, dass Windenergieanlagen (WEA) verstärkt in Wäldern errichtet werden. Bau und Betrieb von WEA in Wäldern können sich negativ auf die Entwicklung von Fledermauspopulationen auswirken. Neben der Schlaggefährdung ist der Lebensraumverlust als Ursache zu benennen, von dem insbesondere waldbewohnende Fledermausarten betroffen sind, die vorwiegend in und an Bäumen Quartiere suchen und auf Wälder zur Nahrungssuche angewiesen sind.

Projekt 

Durch das Projekt „Lebensraumschutz für windkraftsensible Waldfledermäuse“ soll bundesweit die Lebensraumqualität für durch Lebensraumverlust und Schlaggefährdung betroffenen Waldfledermausarten erhöht werden. Dabei werden vor allem die von Wochenstubenkolonien, aber auch die von Paarungs- und Wintergesellschaften genutzten Räume betrachtet. Im Mittelpunkt stehen konkrete Maßnahmen für Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) und Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri). 

Damit die Schutzmaßnahmen ihre Wirkung in der Fläche entfalten, arbeiten im Projekt zahlreiche Partner mit sich ergänzenden Expertisen in einem bundesweiten Netzwerk eng zusammen. Hierzu zählen unter anderem der Bundesforst, verschiedene Landesforste, private und öffentliche Naturschutzstiftungen, Naturschutzverbände sowie ehren- und hauptamtliche Fledermausforschende.

Der Projektablauf sieht zunächst eine gezielte Erhebung von Koloniestandorten der genannten Arten vor. Dabei werden bekannte Bestandsdaten ergänzt, um anschließend Schutzmaßnahmen flächenscharf zu planen. Während der fünfjährigen Projektlaufzeit werden bundesweit mindestens 60 Schutzmaßnahmen in Form von Good-Practice-Beispielen zum Schutz von Waldfledermäusen im Bundes-, Landes- und Kommunalwald sowie im Kirchen-, Stiftungs- und Privatwald umgesetzt. Für Waldbesitzende und Forstwirtschaftende werden darüber hinaus mindestens 75 Fortbildungsveranstaltungen angeboten und für Naturschutzverantwortliche ein Erfahrungsaustausch organisiert, um das gewonnene Wissen in die forstwirtschaftliche Praxis zu tragen. Begleitende Kommunikationskampagnen tragen Wissen zum Lebensraumschutz der Waldfledermäuse in die breite Öffentlichkeit.

Zur Verstetigung der Schutzmaßnahmen über das Projektende hinaus werden bundesweite Habitateignungs- und -defizitkarten erstellt. Um die Arten zudem langfristig – insbesondere vor dem Hintergrund eines sich ändernden Klimas – zu schützen, werden Klimaentwicklungsprojektionen und Daten zur Reaktion der Arten auf Wetterbedingungen genutzt, um die zukünftige Verbreitung der Zielarten und das verfügbare Lebensraumangebot zu erfassen. So sollen mögliche Zukunftslebensräume frühzeitig identifiziert werden, damit diese bereits jetzt aufgewertet werden können.

Ausblick 

Der Schutz von Mikrohabitaten (lebende Bäume und stehendes Totholz), älteren Waldbeständen und zusammenhängenden Waldlebensräumen kommt neben den Waldfledermäusen vielen weiteren Arten zugute – Fledermausschutz ist Biodiversitätsschutz. Rund sechzig Good-Practice-Beispiele dienen als Inspiration, um bundesweit zahlreiche weitere Maßnahmen anzustoßen. Mit den im Projekt entwickelten Arten-Aktionsplänen erhalten Naturschutzverantwortliche zudem eine fundierte fachliche Basis für zukünftige Maßnahmenplanungen. Das aufgebaute Netzwerk aus Forstwirtschaft, Naturschutz und Forschung soll über das Projekt hinaus bestehen und nachhaltig zu einem verbesserten Schutz von Waldfledermäusen beitragen.

Zuwendung (bestimmt) für

Naturstiftung David
Trommsdorffstr. 5, 99084 Erfurt
0361 710129-34
Deutsche Wildtier Stiftung
Lucy-Borchardt-Str. 2, 20457 Hamburg
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV)
Eisvogelweg 1 , 91161 Hilpoltstein
09174 4775-5000
NABU Baden-Württemberg
Tübinger Str. 15, 70178 Stuttgart
0711 96672-0
NABU Niedersachsen
Alleestr. 36, 30167 Hannover
0511 91105-0
NABU Nordrhein-Westfalen
Helmholtzstr. 19, 40215 Düsseldorf
0211 159251-0
Stiftung FLEDERMAUS
Bahnhofstr. 45, 99084 Erfurt
0361 265598-0
Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt
Riesaer Str. 7, 01129 Dresden
0351 81416700
Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz
Diether-von-Isenburg-Straße 7, 55116 Mainz
Universität Greifswald
Domstr. 11, 17489 Greifswald
3834 4200

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Fördermitteln aus dem Nationalen Artenhilfsprogramm

Kontakt

Programmbüro Nationales Artenhilfsprogramm
Heinrich-Konen-Str.1, 53227 Bonn
0228 3821-1809
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